Neue Geschichten jeden Dienstag und Freitag.

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Diese Geschichte wurde uns am Parking Day erzählt. Was es mit diesem Tag auf sich hat, erfährt ihr in dieser Geschichte.

Das ist doch ein Widerspruch: wir fahren Kinder mit dem Auto, weil es auf der Strasse zu gefährlich ist. Und gleichzeitig verursachen wir mit dem Auto noch mehr Gefahr. Ich finde, es gibt zu viel Platz für zu viele Autos und zu wenig für Menschen. Es ist zu wenig grün. Deswegen sind wir heute hier. Und auch einfach weil es schön ist, hier zu sein.

Unser Parkplatz ist ein Treffpunkt, wo sich alle Leute treffen können, alte Leute, junge Leute, Kinder, ganz spontan. Ein Ort, der nicht konsumorientiert ist. Solche Orte gibt es hier im Quartier noch viel zu wenige. Wir leben alle in einer Bubble. Mit Kollegen treffe ich mich zuhause oder im Kreis 4 oder 5. Heute haben wir das erste Mal gemerkt, wie viele junge Leute eigentlich hier wohnen. Viele kamen so auf die Idee, vielleicht nächstes Jahr mal ein Quartierfest zu organisieren.

In meiner Arbeit als Raumplanerin versuche ich, das mehr einzufordern. Dass man in der Quartierentwicklung mehr auf die Leute hört, denn sie sind ja die wirklichen Expertinnen. Öffentliche oder private Bauherren haben den Wert eines Areals im Kopf, aber sie wissen leider meist zu wenig über die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen. Ich möchte bewusst für die Menschen planen. Dafür muss man die Vielfähigkeit eines Quartiers kennen und das geht eben nur über informelle Begegnungen.

Das war heute auf unserem Parkplatz besonders schön: Hier kommt auch die Migrantin mit ihrem Kind vorbei. Es sprechen ja alle von Solidarität. Dafür müssen wir mehr Orte schaffen, die zwischen Generationen und verschiedenen Menscheneinen einen Austausch ermöglichen. Das ist für mich die Grundbedingung.

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Stories for Future lässt Menschen Geschichten erzählen. Über ein gutes Leben, eine gesunde Welt, über neue Perspektiven und alles, was sie schön finden, was ihnen wichtig ist und ihnen guttut.

Die meisten Geschichten entwickeln sich in einem Gespräch und wir schreiben sie auf. Manche Geschichten werden uns zugeschickt, auf Einladung oder spontan. Bislang haben wir die Geschichten nicht systematisch gesucht – sie ergeben sich durch spontane Kontakte, Empfehlungen und Zufälle.

Die Geschichten widerspiegeln nicht immer unsere Meinung; und die Geschichtenerzählerïnnen sind wohl auch nicht immer einer Meinung.

Stories for future wurde von Moritz Jäger und Gabi Hildesheimer von Tsuku ins Leben gerufen. Die Stiftung Mercator Schweiz unterstützt das Projekt mit einem finanziellen Beitrag. Weitere Interessenbindungen bestehen nicht.

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